„Wirf –mich-nicht-weg“- Projekt- Chronik eines Experiments

Mit dem unten aufgeführten Projekt gewannen wir einen Hauptpreis im dem Wettbewerb “Wirf mich nicht weg!”

Wir bedanken usn ganz herzlich bei Frau Baltzereit und den anderen Ganztageslehrern, die mit ihren Klassen das Projekt gestartet und durchgeführt haben!

 

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Gewinnbeachrichtigung

1. Ausgangslage

In unserer Schule haben wir von Natur aus viel mit Ernährung zu tun. Wir bieten in Zusammenarbeit mit „brotZeit e.V.“ den Kindern ein kostenloses Frühstück.

Bereits hier stellt sich die Frage:

Wohin mit den Resten vom Frühstück?

Auch in den Pausen liegt immer wieder das eine oder andere Pausenbrot in den Mülleimern und immer wieder thematisieren wir Lehrkräfte das Problem:

„Was mache ich mit meinem Pausenbrot, wenn ich es nicht essen möchte?“

Zum dritten  sind wir eine Schule mit gebundenem Ganztagesklassenbetrieb. Aktuell haben wir die Ganztagesklassen 1-4, die zum Mittagessen die Mensa der naheliegenden Kern-Mittelschule besuchen.

Hier stellt sich das Problem der Lebensmittelverschwendung am meisten:

Um 14 Uhr, wenn alle Klassen gegessen hatten, sieht der „Resteeimer“ so wie unten aus

und alle Beteiligten standen vor der Frage:

Wie erreichen wir, dass der „Resteeimer“ nach dem Mittagessen leer ist? 

2. Heranführung an die Thematik

Um die Kinder für diese Fragen zu sensibilisieren, trafen sich die 1.und 2. Ganztagesklasse und die 3.und 4. Ganztagesklasse in je einer Unterrichtsstunde.

Zunächst bekamen die Schüler eine Einführung in das Thema:

  • Wer verschwendet Lebensmittel in Deutschland?
  • Welche Lebensmittel  verschwenden wir?
  • Warum werden so viele Lebensmittel verschwendet?
  • Folgen der Lebensmittelverschwendung

Es war erfreulich, wie zugänglich und aufgeschlossen die Kinder für dieses

3. Wo werden bei uns in der Schule Lebensmittel verschwendet?

  • Im Unterrichtsgespräch erkannten die Schüler, dass die Problematik des Wegwerfens
  • beim Frühstück auftreten könnte
  • in den Pausen und
  • vor allem beim Mittagessen in der Mensa:
  • Somit stellte sich für alle die drängende Frage:

4. Was können wir in der Schule dagegen tun? 

Die Schüler tauschten sich darüber im Gruppengespräch aus und schrieben auf kleine Zettel ihre Gedanken dazu auf.

Beim Frühstück:

  • Diese Idee wurde von der Schulleitung schon seit dem letzten Schuljahr angeregt und durchgeführt:
  • Die Kinder vom Ganztag essen nach der Freizeit abwechselnd ( jeden Tag eine andere Klasse) die Reste vom Frühstück!

 In den Pausen:

  • Wir tauschen unsere Pausenbrote
  • Wir nehmen das nicht gegessene Pausenbrot wieder mit nach Hause oder verschenken es
  • Wir sprechen uns zu Hause ab, was wir gerne mitnehmen möchten

In der Mensa:

  • Wenn möglich, alles aufessen
  • Wir nehmen zuerst eine kleine Portion und holen uns dann Essen nach
  • Nicht angebissenes Essen geben wir an andere ab, die noch etwas möchten
  • Wir bringen Dosen mit und nehmen die Reste mit nach Hause!

Diese letzte tolle Idee wurde anschließend mit den Schülern intensiv besprochen und sie wurde bei einer Abstimmung einstimmig befürwortet.

 Umsetzung der Ideen

Elternbrief

  • Im Folgenden wurde ein Elternbrief herausgegeben und die Eltern über unser Vorhaben informiert
  • Dosenbestellung
  • Es wurde nach passenden auslaufsicheren Dosen Ausschau gehalten und es wurde den Eltern angeboten, eine Dose zu bestellen (siehe Elternbrief!).

Elternabend

  • Bei einem Elternabend, bei dem natürlich auch kritische Stimmen das Heimnehmen von Essensresten betreffend,  zu vernehmen waren, wurde versucht den Eltern, wie zuvor auch ihren Kindern, die Problematik der globalen Lebensmittelverschwendung nahezubringen.
  • Nach den Erläuterungen mithilfe von Grafiken  und Schaubildern über die Gründe und Folgen von Lebensmittelverschwendung wurden den Eltern wertvolle Tipps für zu Hause gegeben. Vor allem den Tipps über das Einkaufsverhalten, die Essensplanung und die richtige Lagerung von Lebensmitteln, angefangen von der Vorratshaltung bis hin zum richtigen Einräumen eines Kühlschranks wurde großes Interesse entgegengebracht. Viele Eltern zeigten sich über die Menge der jährlichen Pro-Kopf-Verschwendung an Lebensmitteln in Deutschland betroffen.
  • Bei der anschließenden Verkostung mit einem „Resteessen“ aus der Mensa vom Mittag gab es Spätzleaufläufe in vier verschiedenen Varianten (am Mittag hatte es Spätzle mit Sahnesoße gegeben), wobei die Eltern sich begeistert zeigten und erstaunt waren, was man aus einfachen Spätzle alles zubereiten kann.
  • An diesem Elternabend wurde den Eltern noch einmal erläutert, dass es sich um ein Experiment handelt und der Aspekt der freiwilligen Teilnahme daran hervorgehoben. Beeindruckt zeigten sich die Eltern jedoch von dem ideenreichen Engagement unserer Kinder und deren Wunsch, den Versuch mit den Dosen unbedingt umsetzen zu wollen.

Elternbrief

Als alle Kinder der 4 Ganztagesklassen mit den entweder bestellten oder selbst mitgebrachten Dosen ausgestattet waren, wurde an die Eltern noch einmal ein Elternbrief herausgegeben, bei dem das genaue Procedere erklärt wurde (siehe Anhang!).

Besprechung mit den Ganztagesklassenlehrern

Die Kollegen wurden gebeten, bei der Umsetzung unserer Ideen mitzuhelfen, indem sie die Kinder an die Möglichkeiten, so wenig wie möglich Essen wegzuwerfen, erinnern(kleine Portionen, weitergeben…) und das Mitnehmen in den Dosen helfend und beratend zu begleiten.

Und dann war es soweit:

6. Am 26.06.17 startete unser Versuch:

„Wir nehmen das restliche Essen aus der Mensa mit nach Hause!“

                     Auch die „Großen“ hatten ihre Boxen dabei!

7. Fazit:

Wir Ganztageslehrkräfte und die Schüler der Christin-Maar-Schule sehen das Experiment als gelungen an. Wir haben es geschafft, dass der „Resteeimer“  nach dem Mittagessen so gut wie leer ist und dass die Kinder auch in den Pausen verantwortungsvoller mit Essen umgehen. Wir hoffen sehr, damit einen kleinen Beitrag dazu geleistet zu haben, auf die Problematik der Lebensmittelverschwendung in Deutschland aufmerksam zu machen und in unserer Schule das Wegwerfen von Lebensmitteln zu verringern.

                  

8. Weiterführung

Damit nicht nur unsere Schule sich dieser Problematik annimmt, habe ich noch zehn andere Schulen in unserem Raum angeschrieben, um sie für das „Wirf-mich-nicht-weg-Projekt“, das vom Regionalen Umweltbildungszentrum in Hollen angeboten wird, zu begeistern. Die Resonanz war sehr groß. Insgesamt sieben Schulen haben ihr Interesse bekundet, daran teilzunehmen. Ich hoffe sehr, dass es zeitlich möglich sein wird, dieses tolle Projekt auch in unserem Raum durchzuführen.

-9. „Wirf-mich-nicht-weg-Song“

Zur Bekräftigung unseres Experimentes hat unser Chor den Wirf-mich-nicht-weg-Song einstudiert.

Sonja Baltzereit

 

 

 

 

Hier können Sie unseren Schulsong anhören:

Christian-

Maar-

Schule

Schwabach

Charakter

Macht

Schule