Blumenstock am Hals oder wie man Spaß am Lernen bekommen kann

Merkmeister (5)Alles im Gedächtnis zu behalten, was man gehört, gesehen und gelesen hat, das ist eine Eigenschaft, die man trainieren kann.  Um Schülern verschiedene Strategien zu zeigen, wie sich Erlerntes auch speichern lässt, dafür hatte die Christian-Maar-Schule zu einem "Tag des Merkens" am 8. Oktober 2019 aufgerufen.

Die Schülerinnen und Schüler waren am Vormittag eingeladen, abends dann durften die Eltern ihre grauen Zellen testen. Mit der finanziellen Unterstützung des Elternbeirates der Schule war es gelungen, Ralf Hofmann zu gewinnen. Der Mann aus Niedernberg bei Aschaffenburg nennt sich nicht umsonst "Merkmeister", denn er schafft es, Merktechniken nicht nur zu entwickeln, sondern auch, diese erfolgreich an Schüler und Eltern weiterzugeben. Die Schülerinnen und Schüler aller Jahrgangsstufen, von der 1. bis zur 4. Klasse, erlebten also, wie die eigene Gedächtnisleistung einfach und mit Spaß gesteigert werden kann. 

Dazu setzt Hofmann hauptsächlich auf den eigenen Körper. Dort sind nach seiner Methode "Briefkästen angebracht", in die jeder wichtige Merkwörter, seien es Vokabeln, geschichtliche Ereignisse, Personen oder Etappen von Gedichten ablegen könne. Zu jedem der Briefkästen, die etwa am Kopf, den Schultern, dem Bauchnabel oder den Füßen bildlich hängen, und zu jedem dort abgelegten Begriff gibt es eine Geschichte, die auch nach Tagen nicht verloren geht und somit das gesuchte Merkwort oder Ereignis präsent hält. Je absurder die Geschichte, desto besser die Erinnerung Das klingt kompliziert, ist es aber nicht, da sich der Mensch Dinge besser merkt, wenn er dazu ein Bild oder eine Geschichte kennt. "Je absurder die Story desto besser die Erinnerung", sagte Ralf Hofmann und merkte sich den Begriff "Blaubeerjoghurt" – einen von zehn Wörtern, die ihm am Abend von den Eltern vorgegeben wurden und den er in den Briefkasten "Bauchnabel" abgelegt hat – anhand einer Geschichte. Spät am Abend waren alle Begriffe noch da und das obwohl es immer heißt, mehr als fünf Wörter könne sich der erwachsene Mensch kaum über einige Stunden merken. 

Merkmeister (2)Das hatte am Vormittag auch bei den Kindern funktioniert. Sie konnten am Nachmittag zu Hause noch alle Merkwörter rezitieren. Das Konzept mit der Geschichte, abgelegt an markanten Punkten, das hätten bereits die Griechen so gemacht. Der Merkmeister erklärte, dass die Schüler von damals an Säulen, Ecken oder Gemälden Lernwörter deponiert hätten, um sie sich später – vorbei spazierend – wieder ins Gedächtnis zu rufen. Den Kindern die Angst vorm Nichtwissen nehmen Gerade bei Grundschülern aber kann man nicht verlangen, dass sie sich diese Strategie ohne weiteres aneignen. 

Deshalb stand auch der Elternabend ganz im Zeichen des Merkens – und des Merkmeisters. Die zahlreichen Eltern erfuhren wie sie ihre Kinder unterstützen können und dass "Spicker schreiben" sogar gut ist, solange er in der Schulaufgabe oder Probe nicht gezückt wird. Hier schafften es die Schülerinnen und Schüler nämlich, konzentriert das wichtigste zusammenzufassen sowie kurz und knapp aufzuschreiben. Wichtig sei zudem, sie immer beim Lernen zu bestärken. "Unterstützen Sie Ihre Kinder. Sagen Sie Ihnen Hilfe zu und fordern Sie sie auf, Ihnen von ihren Schwächen zu erzählen. Gemeinsam können Sie dann nach Lösungen suchen", so Hofmann. Das bloße Erklären, ohne das Kind aktiv miteinzubeziehen, sei wenig hilfreich, aber oft der Anfang vom Ende; denn: "Kinder haben unterschwellig Angst, beim Nichtwissen erwischt zu werden", erklärte der Merkmeister. Eltern sollten immer versuchen, ihren Kindern diese Angst zu nehmen. 

Eltern, Lehrkräfte und die Kinder aller Jahrgangsstufen waren mehr als begeistert von diesem Projekttag, der bestimmt für alle hilfreich war.

Merkmeister (1)

 

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