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Medienerziehung mit Posset

Präventionsprojekt für die 4. Klassen zum Thema Medienschutz

Im März und April fanden nun endlich, die immer wieder verschobenen Workshops, von Herrn Posset (Medienbeauftragter der Stadt Nürnberg) in Kooperation mit JaS (Andrea Meyer) statt. Insgesamt kam Herr Posset an drei Tagen zu uns in die Schule und hielt den Workshop sechs Mal ab, da wir Corona bedingt, die Klassen nicht zusammenlegen durften.

Alle Viertklässler erhielten ausführliche Informationen, Tipps und Ratschläge für den Umgang mit den sozialen Medien. Die Medienwelt von Kindern und Jugendlichen ist vielfältig und spannend. Doch in dieser Vielfalt lauern viele Probleme und Gefahren, für die Herr Posset die Schüler und Schülerinnen sensibilisiert hat.

Zuerst wurde geklärt was alles unter den Begriff Medien fällt. Das sind eben nicht nur Videospiele, Apps, Fotos etc. , sondern auch Bücher , Zeitschriften…

Das Älteste Medium der Welt ist die Sprache! Sender ist der Mund und Empfänger das Ohr!

Herr Posset ist auf die einzelne soziale Apps, die häufig von Kindern genutzt werden, näher eingegangen. Hier wird bei der Nutzung manches Risiko oft übersehen. So werden oftmals unabsichtlich private Daten preisgegeben, Bilder und Videos ohne Einverständnis weitergeleitet und auch die Konfrontation mit Cybermobbing ist gegeben.

Immer wieder kommt es vor, dass sogenannte „Kettenbriefe“ im Umlauf sind. Meist wird hier mit etwas Schlimmen gedroht – nicht glauben- alles eine Lüge! Wenn man ein komisches Gefühl im Bauch hat, ist es am besten, wenn man die Nachricht gar nicht erst liest, nicht weiterleitet, zu den Eltern geht und die Person blockiert!

· staysafe.at

Hier können Sicherheitseinstellungen vorgenommen werden, um den Datenschutz einzuhalten!

Wie poste ich richtig?

Herr Posset nahm die Sofortbildkamera zur Hand und die Kinder sollten sich vorstellen, dass sie von sich ein Foto auf Instagram posten möchten. Als erstes gilt es die Frage zu beantworten. „Wie will ich mich darstellen? Welche Gestik, Mimik, Handzeichen, Kleidung etc. will ich zeigen?

Ein freiwilliges Kind der Klasse wurde nun fotografiert und einige Mitschüler/innen durften nun auf einem kleinen Zettel das Bild kommentieren. Bedingung war, keine Beleidigungen und Ausdrücke verwenden!

Herr Posset sammelte die Zettel ein, las sie vor und hat sie einzeln unter das Foto im Klassenzimmer gehängt. Bei jedem post wurde das fotografierte Kind gefragt:

„Wie geht es dir mit diesem post, ist das ok für dich, oder möchtest du das es weg kommt?“

Nun wurde der Unterschied zwischen privat und öffentlich verdeutlicht!

Herr Posset hängte das Foto mit den Mitteilungen außen an die Klassenzimmertür, legt Stift und Zettel auf den Boden. Jeder der nun vorbei kommt, könnte es lesen und auch etwas dazu schreiben. Schlagartig veränderte sich das Gefühlt des Kindes in der Klasse. Das Foto mit den Kommentaren ist nun öffentlich, wenn auch nur innerhalb der Schule! Es ist aufgeregt, möchte dies vielleicht nicht, da es keine Kontrolle mehr darüber hat, was mit seinem Foto geschieht! Alle die draußen sind, kennen die Regeln nicht, somit könnten auch negative Kommentare kommen!

Herr Posset beendete das Experiment, indem er alles wieder rein holte und den Unterschied zwischen privat und öffentlich verdeutlichte.

Was kann ich tun, wie schütze ich mich?

– Darauf achten, welche Bilder man ins Netz stellt

– Kommentare die einen nicht gefallen, können gelöscht werden (sind allerdings noch immer am Surfer)

– Keine Beleidigungen posten

– Verrate nie zu viel von dir

– Gib niemals dein Passwort weiter

– Keine privaten Treffen wahrnehmen, wenn man die Person nicht kennt

– Mit Eltern, Lehrer, Jugendsozialarbeiterin darüber reden, wenn einen etwas seltsam vorkommt

Wann wird der Umgang mit Medien zu viel im Leben?

Dies hat Herr Posset mit dem „Seelentankmodell“ verdeutlicht.

Zuerst wurde mit der Klasse gesammelt, was jeder von uns braucht, damit es uns gut geht! Also, mit was muss der Tank gefüllt werden?

Ziel ist es den Tank gut zu befüllen um stark durchs Leben zu gehen!

Wenn der Tank gefüllt ist, geht es mir gut, es macht mich stark! Aber es ist zu bedenken, dass auch wieder etwas herausfließen kann, dann muss wieder nachgefüllt werden!

Auffallend war hier, dass in jeder Klasse das Wort „Freiheit“ genannt wurde, was sicherlich mit der aktuellen Pandemie und den damit verbundenen Einschränkungen in Verbindung steht!

Was können Tankstellen sein?

Familie, Freunde, Hobbys, Tiere, Schule und Sport sind gute Tankstellen. Aber auch Medien, also Computer spielen und chatten können Tankstellen sein. Wenn allerdings viele andere wegbrechen, wie es momentan leider der Fall ist, wird es gefährlich! Hier besteht die Gefahr der Medienabhängigkeit! Deshalb ist es wichtig, die anderen Tankstellen nicht zu vergessen und weiter zu pflegen, damit auch sie genutzt werden können und wir stark fürs Leben sind!

Viel zu schnell waren die zwei Schulstunden vorbei, die Schülerinnen und Schüler hätten noch viele Fragen und Redebedarf zum Thema Mediennutzung gehabt. Alle Klassen haben sehr aufmerksam mitgearbeitet und gute Beiträge gebracht!

Vielen Dank an Herrn Posset, der mit diesem Präventionsangebot die Medienkompetenz von Schülerinnen und Schülern der Christian-Maar-Schule gefördert und ihnen damit zu einem bewussten, sinnvollen und sicheren Umgang mit digitalen Medien geholfen hat.

Andrea Meyer (JaS)